Versicherungen - Vorsorge - Finanzen

  • Krankenversicherung

    Seit dem 01.01.2009 gibt es in Deutschland eine allgemeine Pflicht zur Versicherung, d. h. dass sich grundsätzlich jeder in Deutschland krankenversichern muss.

    Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

    Arbeitnehmer sind kraft Gesetz versicherungspflichtig in der GKV, sofern sie ein Einkommen haben, das unterhalb der Versicherungspflichtgrenze (2014: 53.550,- €) liegt. Für bestimmte im Gesetz definierte Personengruppen ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung von der Krankenversicherungspflicht möglich. Selbstständige gelten aus Sicht des Staates grundsätzlich nicht als schutzbedürftig. Für sie besteht daher keine Versicherungspflicht in der GKV. Sie können sich jedoch, sofern bereits vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit eine Pflichtmitgliedschaft oder Familienversicherung bei der GKV bestand, ihre Mitgliedschaft als freiwillige Versicherung fortsetzen. Familienangehörige (u. a. Ehegatten, Lebenspartner, Kinder) können in der GKV kostenfrei mitversichert werden, sofern Sie kein oder nur ein geringes Einkommen haben. Bei Kindern gelten bestimmte Altersgrenzen. Bei Kindern von Ehepaaren bei denen eine Person gesetzlich versichert und die andere privat versichert ist, kann eine kostenfreie Familienversicherung ausgeschlossen sein. In der GKV gilt das sogenannte Solidaritätsprinzip, d. h. dass sich die Beiträge nach der individuellen finanziellen Leistungsfähigkeit der Versicherten bemessen. Beitragspflichtige Einnahmen werden für die Beitragsberechnung nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (BBG) von z. Zt. 4.050,- € (Stand 2014) pro Monat berücksichtigt. Bei freiwillig Versicherten werden für die Beitragsberechnung die Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt zugrunde gelegt. Dazu zählen nicht nur die Einnahmen aus der selbstständigen Tätigkeit, sondern auch Einkünfte aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung und auch aus Renten (max. BBG). Die Tragung der Beiträge erfolgt durch den Selbstständigen allein. Auch im Rentenalter bemisst sich der Beitrag freiwillig in der GKV Versicherter nach der Höhe der oben beschriebenen beitragspflichtigen Einnahmen (max. BBG). Bei freiwillig Versicherten ohne eigenes Einkommen bzw. nur geringem Einkommen, werden auch die Einnahmen des Ehepartners oder Lebenspartners herangezogen, wenn dieser privat versichert ist (allerdings maximal bis zur halben BBG).

    Private Krankenversicherung (PKV)

    Folgende Personen, die nicht in der GKV versicherungspflichtig sind, können in die private Krankenversicherung wechseln:

    • Arbeitnehmer mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (2014: 53.550,- €)
    • Selbstständige und Freiberufler
    • Beamte und andere Personen mit Anspruch auf Beihilfe
    • Personen, die kein eigenes Einkommen haben (z. B. Hausfrauen, -männer, Kinder)
    • Studenten, die sich von der Versicherungspflicht haben befreien lassen

    Insbesondere für Selbstständige, die in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind und den Höchstbeitrag zahlen, kann sich ein Wechsel in die PKV lohnen. Ein Wechsel in die PKV ist darüber hinaus in jungen Jahren bei gutem Gesundheitszustand empfehlenswert, da neben einem geringeren Beitrag aufgrund des Alters zusätzlich höhere Altersrückstellungen gebildet werden können, je länger eine private Krankenversicherung besteht. Es ist jedoch zu beachten, dass bei einem Wechsel zur PKV in den meisten Fällen eine Rückkehr in die GKV ausgeschlossen bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

    Für die Auswahl einer privaten Krankenversicherung werden von uns folgende Kriterien berücksichtigt:

    1. Gesellschaftsform
    2. Tarifkombination
    3. Unternehmenskennzahlen, wie z. B. Rückstellungen, Verwaltungskosten, Eigenkapitalquote, Annahmepolitik, etc.

    Bei einer bereits bestehenden privaten Krankenversicherung ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob ein Tarif- oder sogar Versichererwechsel Sinn macht. Grundsätzlich birgt ein Wechsel auch oftmals Risiken, gerade bei älteren Verträgen. In der privaten Krankenversicherung gilt das sogenannte Äquivalenzprinzip. D. h., dass der zu zahlende Beitrag vom individuellen Risiko (Alter, Gesundheitszustand) und dem gewünschten Leistungsumfang abhängig ist.

    Private Krankenzusatzversicherung als Ergänzung zum GKV-Schutz

    Verschiedene Gesundheitsreformen in den vergangenen Jahren haben zu Leistungskürzungen und höheren Zuzahlungen in der GKV geführt. Um die entstehenden Lücken im Versicherungsschutz zu schließen, empfiehlt sich der Abschluss von privaten Krankenzusatzversicherungen als Ergänzung zur GKV, wie z. B.

    • Auslandsreisekrankenversicherung
    • Zahnzusatzversicherung
    • Stationäre Zusatzversicherung für die Erstattung der Wahlleistungen (Chefarztbehandlung, 1-/2-Bettzimmer)

    Welcher Versicherungsschutz im Einzelfall sinnvoll ist, ist immer individuell zu betrachten. Es gibt jedoch auch viele Zusatzversicherungen, bei denen eine Notwendigkeit fraglich ist bzw. zumindestens zu überprüfen ist. Auch sind Erstattungssätze und Höchstgrenzen zu betrachten. Eine direkte Vergleichbarkeit ist im Bereich der Krankenversicherung leider oftmals schwer möglich. Dies liegt zum einen daran, dass die versicherten Leistungen bzw. der Leistungsumfang der einzelnen Tarife häufig sehr von einander abweichen. Zum anderen ist bei einigen Tarifen nur eine Leistungsart, z. B. Zahnersatz versichert. Bei anderen Tarifen sind weitere Komponenten mit eingeschlossen (Kompakttarife). Wichtig für die Entscheidungsfindung ist hier immer der Punkt, auf welche Leistungen Sie großen Wert legen. Ein früher Abschluss in jungen Jahren bedeutet oftmals günstigere Beiträge aufgrund des niedrigeren Eintrittsalters und ggfs. der Ansammlung von Altersrückstellungen sowie die Versicherbarkeit bzw. den Erhalt besseren Versicherungsschutzes aufgrund des i. d. Regel besseren Gesundheitszustandes.

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  • Auslandskrankenversicherung